Ärzte und Medizin

Wenn Du den klar anhand der Bibel bewiesenen Willen Gottes zur Heilung aller Menschen erkannt hast und Du anfängst in dieser Hinsicht Glauben zu haben, wirst Du früher oder später vor der Frage stehen, ob die Inanspruchnahme von ärztlicher Hilfe und die Einnahme von Medizin mit Gottes Wort vereinbar ist. Leider gibt es zu diesem Thema viel Verwirrung und Menschen bringen sich aufgrund fehlender Erkenntnis sogar unnötig in Lebensgefahr.

Es gab bereits im alten Ägypten Ärzte, wie 1. Mose 50 Vers 2 bezeugt. Darüber hinaus bestätigt die Bibel an vielen weiteren Stellen das Wirken und die Existenz von Ärzten. So war beispielsweise auch der Evangelist Lukas ein Arzt, was wir Kolosser 4 Vers 14 entnehmen können. Die Bibel trifft bzw. enthält keine negative Aussage über Ärzte, auch wenn das Vorhandensein von „Pfuschärzten“ in Hiob 13 Vers 4 angedeutet wird. Aber nicht nur Menschen waren als Ärzte tätig. Gott selbst offenbart sich dem Volk Israel bereits in 2. Mose 15 Vers 26 als „der Herr, dein Arzt“. Wenn schon Gott, der allein gut ist (Markus 10 Vers 18 , Lukas 18 Vers 19) sich frühzeitig in der Menschheitsgeschichte als „Arzt“ ausgibt, kann die Tätigkeit eines Arztes niemals eine schlechte sein.

Die Aufgabe eines Arztes besteht seit jeher darin, Menschen zu heilen, Ihre Wunden zu verbinden oder Schmerzen zu lindern. Die Ärzte auf dieser Erde verlassen sich dabei in der Regel auf den in vielen Jahrhunderten Schulmedizin gesammelten Erkenntnis- und Erfahrungsschatz, die von Gott in den menschlichen Körper hineingelegte Heilungskraft und die unterstützende Wirkung von Medizin. Erfahrungsgemäß führt die Arbeit eines Arztes dabei zu guten Resultaten, wirkt sich überhaupt nicht aus oder führt manchmal leider auch zur Verschlechterung eines Gesundheitszustandes. Ärzte stoßen in vielen Fällen auch an die Grenzen Ihrer Möglichkeiten. Unabhängig vom Ergebnis ist die Zielrichtung der Arbeit eines vertrauenswürdigen Arztes jedoch gut und deckt sich mit Gottes Heilungswillen für alle Menschen. Wir sollten daher die Arbeit der Ärzte generell respektieren und als etwas sehr Gutes und von Gott nicht verworfenes Wirken anerkennen.

Die im Rahmen der ärztlichen Behandlung angewendete Medizin, findet ebenfalls – wenn auch nur spärlich – in der Bibel Erwähnung. So ist beispielsweise bildlich von heilendem Balsam (Jeremia 8 Vers 22, Jeremia 46 Vers 11 und Jeremia 51 Vers 8) und von Augensalbe (Offenbarung 3 Vers 18) die Rede. Auch die Anwendung pflanzlicher Heilmittel wird u.a. in Jesaja 38 Vers 21, 1.Mose 30 Vers 14, 2. Könige 20 Vers 7 und Hesekiel 47 Vers 12 thematisiert. Die Bibel trifft dabei keinerlei negative Aussagen zur Anwendung, sondern stellt bei der bildlichen Verwendung (Metapher) auf die gute Wirkung der Medizin ab. Es ist daher unserer Auffassung auch nicht zulässig, sich generell gegen die Einnahme heilender Medizin auf Grundlage der Bibel zu stellen.

Trotzdem fordert uns die Bibel durch drastische Lebensberichte immer wieder auf, sich im Falle von Krankheit nicht auf Ärzte zu verlassen, sondern auf Gott. So starb beispielsweise Asa (2. Chronik 16 Vers 12), weil er „auch in seiner Krankheit den Herrn nicht suchte, sondern die Ärzte“. Die Bibelstelle wird manchmal von religiösen Christen als Beleg dafür herangezogen, dass man sich nicht an Ärzte wenden darf, aber das steht hier nicht. Das Problem wird eindeutig benannt, nämlich dass Asa Gott nicht suchte. Dabei hatte er Gottes Kraft und Eingreifen in seinem Leben als König bereits eindrucksvoll erfahren. Zwar lebte Asa noch im Alten Bund, aber Gottes Eigenschaften sind durch alle Zeiten dieselben und haben sich nicht geändert. Sie sind für uns durch Glauben an Jesus Christus und den Neuen Bund nur noch besser greifbar geworden. Das ausführlich beschriebene Wirken von Jesus Christus und seiner Jünger war und ist untrennbar mit Krankenheilung verbunden. Es bestätigt damit eindrucksvoll die Eigenschaft Gottes auch im Neuen Bund als Arzt über alle Ärzte. Die Frau aus Markus 5 Vers 25 und 26 hatte all ihr Geld für Ärzte ausgegeben und es war schlimmer mit ihr geworden. Gott hatte sie aber nicht für das Aufsuchen der Ärzte bestraft, sondern die Ärzte konnten ihr einfach nicht helfen oder haben durch die Behandlung möglicherweise sogar weiteren gesundheitlichen Schaden verursacht.

Sollst Du Dich also für oder gegen ärztliche Hilfe entscheiden? Diese wichtige Entscheidung musst Du wirklich für Dich selbst treffen und Du darfst Dir auch sicher sein, dass Gott Dich dafür nicht verurteilen wird. Du kannst Gott um Wegweisung bitten, denn er will jedem ohne Vorwurf Weisheit geben, der ihn darum bittet (Jakobus 1 Vers 5). Danke ihm schon mal für die Beantwortung Deines Gebetes, auch wenn Du die Antwort noch nicht kennst. Wenn Du im Glauben geduldig wartest, bekommst Du eine Antwort, wie wir selbst schon so oft erlebt haben (Markus 11 Vers 26). Wir können Dir darüber hinaus empfehlen, Dich intensiv mit dem Wort Gottes auseinandersetzen, um den Heilungswillen Gottes als absolute Wahrheit anerkennen und im Glauben annehmen zu können. Darüber hinaus solltest Du Dir aber auch ganz ehrlich vorhandene Furcht, Zweifel und Unglauben eingestehen, denn Heilung aus Glauben an das vollbrachte Werk am Kreuz funktioniert – wie bereits ausführlich dargelegt – nur ohne entgegenstehenden Unglauben, Furcht und Zweifel. Gott hat außerdem nichts gegen gute Ärzte und Deine Heilung unterstützende Medizin. Ärzte und die Medizin sind im Gegensatz zu Gott aber in Ihrer Wirksamkeit begrenzt, so dass ein Heilungshindernis für Dich entstehen kann, wenn Du Dich auf die Ärzte, aber nicht auf Deinen Gott verlässt. Gott kann Dich auf jede erdenkliche Weise heilen und ist dabei nicht auf Ärzte angewiesen. Gott verwendet aber auch Menschen, um uns zu segnen (u.a. 1. Mose 12 ab Vers 2) und dieses biblische Prinzip macht auch vor Ärzten nicht Halt.

„Ich bin der HERR, dein Arzt…“

2. Mose 15 Vers 26