Entkräftung der häufigsten Einwände

Paulus und sein „Stachel im Fleisch“

Immer wieder wird der von Paulus in 2. Korinther 12 genannte Pfahl / Stachel im Fleisch als Krankheit gesehen und dann als Beleg dafür herangezogen, dass entgegen aller bereits dargelegten und klaren Beweise, eben doch Krankheit Gottes Wille für einen Menschen sein kann. Doch was sagt Gottes Wort wirklich – steht 2. Korinther 12 im Widerspruch zu den unzähligen Bibelstellen, aus denen Gottes Wille zur Heilung aller Menschen klar hervorgeht?

Lesen wir 2. Korinther 12 ab Vers 7 einmal genau: „Gerade deshalb nämlich – um zu verhindern, dass ich mir etwas darauf einbilde – ist mir ein Leiden auferlegt worden, bei dem mein Körper wie von einem Stachel durchbohrt wird: Einem Engel des Satans wurde erlaubt, mich mit Fäusten zu schlagen, damit ich vor Überheblichkeit bewahrt bleibe. Dreimal habe ich deswegen zum Herrn gebetet ´und ihn angefleht, der Satansengel` möge von mir ablassen. Doch der Herr hat zu mir gesagt: »Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.« Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt. Ja, ich kann es von ganzem Herzen akzeptieren, dass ich wegen Christus mit Schwachheiten leben und Misshandlungen, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse ertragen muss. Denn gerade dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark.“

Paulus spricht von einem Engel Satans, der ihn mit Fäusten schlägt und nicht davon, dass Gott ihm Krankheit auferlegt hat.

Der Begriff „Stachel“ wird in der Bibel in anderem Zusammenhang genutzt, z.B. in 4. Mose 33 Vers 55 oder Josua 23 Vers 12, wo mit „Stachel im Auge“ bzw. „Stachel in der Seite“ Widersacher gemeint sind, die dem Volk Israel Schaden zufügen und es verfolgen werden.

Verfolgung und Misshandlung begegneten Paulus überall, wo er das Evangelium verkündigte. Da er es in Vollmacht tat und Menschen zu Jesus führte, stellte Satan ihm Widersacher in den Weg.  Diese Form von „Leiden“ hat Jesus auch allen versprochen, die ihm wirklich nachfolgen.

Paulus war ein Mann des Glaubens und sah auch in diesem „Leid“ für sich einen Zweck, nämlich trotz der vielen Offenbarungen Gottes demütig zu bleiben, was in Übereinstimmung mit Römer 8 Vers 28 steht.

Dann ist von Schwachheit die Rede, derer Paulus sich rühmen will. Im Zusammenhang mit Schwachheit macht Paulus folgende Aufzählung:  Misshandlung, Nöte, Verfolgungen und Bedrängnisse – Krankheit ist aber ausdrücklich nicht mit dabei.

Die Glaubwürdigkeit des Paulus und seiner Evangeliumsbotschaft wäre durch eine Krankheit geschwächt worden, denn sein Evangelium wurde von Heilungswundern begleitet. Gerade der Apostel Paulus war sich der Wichtigkeit der Bekräftigung des Wortes Gottes durch die Kraft Gottes sehr bewusst.

Das 3malige Gebet des Paulus um Befreiung von dem Leiden, stünde im Widerspruch zum Umgang mit Krankheit im Neuen Bund. Krankheit wurde entweder befohlen zu weichen, der Kranke wurde zu einem Akt des Glaubens aufgefordert („Steh auf und geh!“) oder das Gebet des Glaubens der Ältesten (Jakobus 5 ab Vers 13) führte zur Heilung. Wir finden aber kein einziges Bittgebet um Heilung im ganzen Neuen Testament. Selbst als Jesus um Heilung von den Menschen gebeten wurde, sprach er sie auf Ihren Glauben an. Doch selbst wenn Paulus Gott um Heilung gebeten hätte, dann wäre Gottes Antwort „Lass Dir an meiner Gnade genügen!“ der Hinweis auf das vollbrachte Werk am Kreuz, durch welches wir bereits alle Schwierigkeiten überwinden können („Ich vermag alles durch den der mich mächtig macht – Christus!“).

Selbst wenn Paulus durch die vielen Misshandlungen Verletzungen erlitten hatte oder es sich unwahrscheinlicher weise doch um eine Krankheit gehandelt hätte – wenn ihm dieses Leid dazu diente, sich wegen der großen Offenbarungen und Kraftwirkungen Gottes nicht zu überheben, steht es heute wohl kaum einem Menschen ohne diese Offenbarungen und Kraftwirkungen Gottes zu, Demütigung als Grund für seine Krankheit zu nennen.

Die Bibel ist Gottes Wort und widerspricht sich nicht – wie bereits ausführlich dargelegt, ist Heilung Bestandteil des Erlösungswerkes und deshalb muss sich die Auslegung zum „Stachel im Fleisch“ des Paulus an dieser biblischen Wahrheit orientieren. Die biblische Wahrheit darf aber nicht durch eine Lehrmeinung / Auslegung des Begriffs „Stachel im Fleisch“ verändert werden.

Timotheus und der Wein

In 1.Timotheus 5 Vers 23 gibt Paulus Timotheus den Rat „Trinke nicht mehr bloß Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen und wegen deiner häufigen Krankheiten.“

Paulus wusste um die antiseptische Wirkung des Weines, dass Mikroben und Keime dadurch abgetötet werden. Das Wasser war möglicherweise nicht rein genug, ein Problem, dass es in vielen Ländern auch heute noch gibt und welches zu Krankheiten und sogar zum Tod führen kann. Dieser Rat des Paulus steht ebenfalls nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass Krankenheilung Gottes Wille ist. Etwas Wein kann manchem Menschen auch heute bei Magenproblemen hilfreich sein. Wir dürfen von den natürlichen Möglichkeiten, die Gott uns auf dieser Erde zur Steigerung unserer Gesundheit geschenkt hat, ohne weiteres Gebrauch machen.

Trophimus

Eine weitere Bibelstelle die gern ins Feld geführt wird ist 2. Timotheus 4 Vers 20. Dort schreibt Paulus ganz einfach: „Trophimus aber ließ ich zu Milet krank“.

Wir wissen nicht viel über die Begleitumstände dieser Begebenheit und wollen deshalb nicht darüber spekulieren oder Behauptungen aufstellen. Krankheit ist Teil der sichtbaren Realität dieser gefallenen Welt. Gott hat sich gemäß seinem Wort jedoch nicht verändert und Heilung für uns zur Verfügung gestellt. Es ist immer eine individuelle Erfahrung, durch Glauben Heilung zu empfangen. Dabei gibt es kein Schema „F“, wie die vielen unterschiedlichen biblischen Heilungsbeispiele zeigen. Ob Paulus für Trophimus betete und ob die Heilung erst später eintrat / sichtbar wurde oder ob Trophimus keinen Glauben für seine Heilung hatte, ist nicht bekannt. Mit dieser Bibelstelle das Evangelium zu entkräften, ist unserer Auffassung nach aber keinesfalls zulässig.

Beispiele von nicht geheilten Menschen

Oft werden Beispiele von nicht geheilten Christen als Beleg dafür herangezogen, dass Gott nicht heilen will oder die Menschen Gott durch ihre Krankheit verherrlichen sollen. Man argumentiert dann, dass Gott den Menschen nur durch die Krankheit für andere Menschen zum Segen setzen konnte, dass Ergeben sein in die Krankheitsumstände Gott Ehre erweise oder Menschen durch Krankheit zu Gott finden. Während es nicht von der Hand zu weisen ist, dass Gott in allen Lebensumständen und vor allem in der Not Menschen zu sich ruft, seine Kinder in allen Lebenslagen zum Segen setzen und auch Krankheitsumstände für einen positiven Zweck verwenden kann bzw. seinen Kindern Kraft für schwere Situationen schenkt, gibt es für die Behauptung einer Verherrlichung Gottes durch das Ertragen von Krankheit keine biblische Grundlage. Gott hat sich in der Bibel ausnahmslos durch Krankenheilung verherrlicht und seinen Willen bzgl. Heilung durch Jesus Christus klar offenbart. Wenn ein Mensch das für sich anders erkennt und die Krankheit annimmt, geht er dadurch nicht verloren. Sein Lebenszeugnis wäre aber ungleich herrlicher, wenn er Gottes Heilung angenommen und damit das Evangelium eindrücklich bewiesen hätte. Manchmal hat ein Mensch auch im Glauben bereits erkannt, dass Gottes Wille Heilung ist, gleichzeitig ist aber auch noch Unglauben vorhanden, der dem Glauben entgegensteht und ihn entkräftet. Dazu findest Du auch mehr unter unserer FAQ-Seite zum Thema Glauben. Vor allem die Beispiele von offensichtlich nicht geheilten Christen benutzt Satan gerne, um Deinen Zweifel und Unglauben zu füttern.

Die Souveränität Gottes

Immer wenn Krankheit zum Tod führt oder Heilung nicht eintritt, werden Aussagen getroffen wie „Gott hat alles unter Kontrolle“, „Es geschieht nichts gegen seinen Willen“ oder „Es war nicht Gottes Wille, denn sonst wäre es anders gekommen“. Diese Aussagen fußen auf der sogenannten Lehre über die Souveränität Gottes, die in Teilen unbiblisch und auch unlogisch ist. Wir gehen an anderer Stelle auf der FAQ-Seite näher darauf ein. Viele Dinge, die auf dieser Erde geschehen, stimmen nicht mit dem Willen Gottes überein, da er die Erde dem Menschen zur Verfügung gestellt und ihm einen freien Willen gegeben hat. Gott möchte auch nicht, dass jemand verloren geht, was aber trotzdem passiert, da die Menschen Ihre am Kreuz erkaufte Errettung nicht annehmen. In Bezug auf Krankheit ist es ähnlich, wenn Menschen Ihre von Jesus Christus bezahlte Heilung nicht annehmen, was – genau wie die Sündenvergebung – nur durch Glauben geschehen kann. Gott ist souverän und allmächtig, aber er hat durch sein Wort ganz klar festgelegt, nach welchen Kraftgesetzen das Reich Gottes funktioniert. Er hat sich bzgl. Heilung im Wort ganz klar ausgedrückt und sich an sein Wort gebunden – Gott ist kein Lügner.

Hiob

Auf Hiob, der oft als Beispiel genannt wird, können wir an dieser Stelle nicht in der möglichen Tiefe der Wortbetrachtung eingehen, aber auf einige Punkte doch hinweisen. Hiob lebte nicht im Zeitalter des neuen Bundes und konnte auf die durch Jesus Christus erkaufte Errettung von Krankheit nicht zurückgreifen. Er wird als Mann beschrieben, der Gott für seine Kinder vorsorgliche Sühnopfer brachte (Hiob 1 Vers 5), da sich seine Kinder ja versündigt haben könnten. Eine besonders intime Beziehung mit Gott unserem liebevollen Vater, scheint er also zunächst nicht gehabt zu haben, sondern eher Furcht vor Gottes Strafe. Hiob gibt in Hiob 3 Vers 25 selber zu: „Denn was ich gefürchtet habe, das ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen“. Diese Worte lassen den Rückschluss zu, dass Hiob Gott zwar fürchtete, aber seinen Willen und sein Wesen nicht sehr gut kannte. Schließlich schlug ja Satan und nicht Gott ihn mit Krankheit, was Hiob zu diesem Zeitpunkt aber nicht verstand.  Die Leidenszeit war bezogen auf Hiob’s langes Leben verschwindend kurz, denn Gott segnete Hiob ansonsten überschwänglich und gab ihm alles – auch seine Gesundheit – zurück, ja sogar noch viel mehr. Erkennen wir darin nicht gerade, wie gut Gott zu uns Menschen ist? Hiob musste schließlich auch in Hiob 42 Vers 5 zugeben, dass er nur von Gott gehört hatte, ihn nun aber mit seinen (Herzens-?) Augen sah. Wie viel mehr dürfen wir im Zeitalter des neuen Bundes Gottes Wesen und seine Liebe zu uns anhand seines Wortes und des für uns vollbrachten Werkes am Kreuz erkennen.

Fazit

Wir sind überzeugt, dass weder die o. a. Bibelstellen und Schilderungen noch aktuelle Beispiele oder die Souveränitätslehre zur Entkräftung aller anderen bereits genannten und klar das vollumfängliche Erlösungswerk belegenden Bibelstellen herangezogen werden können. Diese traditionellen und religiösen Auslegungen rauben stattdessen dem klaren Evangelium, der frohen Botschaft von Jesus Christus und seinem vollbrachten Werk am Kreuz, die Kraft. Römer 3 Vers 4 sagt – in einem anderen Zusammenhang – aber trotzdem klar „Vielmehr erweist sich Gott als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner“.  Wenn menschliche Erfahrungen bzgl. Heilung nicht mit dem Wort übereinstimmen, dann gibt es Ursachen dafür, die manchmal nicht bekannt wurden. Die Bibel – Gottes Wort – steht in Bezug auf Gottes Heilungswillen jedoch als unverrückbare Wahrheit fest. Viele Zeugnisse von vollständig geheilten Menschen, die an die biblische Wahrheit glaubten und entgegenstehende Hindernisse erkannt und überwunden haben, bezeugen dies. Unserem Herrn Jesus Christus gehört dafür aller Dank, alle Ehre und alles Lob!