Gaben des Heiligen Geistes

„Der Wind bläst, wo er will“

Johannes 3 Vers 8

„Über die Geisteswirkungen aber, ihr Brüder, will ich euch nicht in Unwissenheit lassen….“ (1. Korinther 12,1)

Der Heilige Geist wirkt in uns im Wesentlichen zwei Arten von Geisteswirkungen, die jedes Kind Gottes nach der Wiedergeburt fortschreitend erlebt. Da zeigt sich zum Einen die so genannte „Frucht des Geistes“ (Galater 5 Vers 22), die verschiedene Facetten enthält, wie z.B. Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Treue oder auch Selbstbeherrschung. Diese Wirksamkeit des Geistes zielt besonders auf die Veränderung unseres Charakters ab. Und dann sind da die „Gaben des Geistes“, die wiederum mehr unseren Dienst als Christen betreffen. Eine Geistesgabe ist eine durch den Heiligen Geist gewirkte Befähigung. Im griechischen sagt man dazu Charisma, was soviel wie „Gnadengabe“ bedeutet.

Wozu sind Geistesgaben da?

Die Gaben dienen zur Ehre und Verherrlichung Gottes und zur Ermahnung, Tröstung und Auferbauung der Gemeinde. „Da ihr euch bemüht um die Gaben des Geistes, so trachtet danach, dass ihr die Gemeinde erbaut.“ (1. Korinther 14 Vers 12) Das ist der eigentliche Zweck, warum Gott Geistesgaben wirkt. Das betonen auch andere Bibelstellen wie z. B. in 1. Korinther 14 Vers 3 oder 12 Vers 7: „In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.“ oder auch: „Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!“ (1. Korinther 14 Vers 26). Es geht also nicht darum, über die Gaben und am Wirken des Geistes in Schwärmerei zu verfallen und anstelle den Geber, nur noch die Gaben zu sehen. Geistesgaben in der Gemeinde sind keine Phänomene, die religiöse Sensationsgelüste stillen sollen. Sie sind auch kein Prestigeprojekt, keine Ehrenabzeichen und zeigen wie herausragend und geistbegabt und was für ein toller Christ jemand ist. Nein, durch die Gaben soll uns geholfen werden, in die geistliche Reife, in die Heiligung, in das Bild Christi hineinzuwachsen. Das bekannte Kapitel über die Liebe in 1. Korinther 13 ist nicht von ungefähr genau da im Korintherbrief platziert worden, denn ohne Liebe können wir nicht dienen, sondern machen nur Krach. Geistesgaben dienen dazu, die Menschen bzw. Gemeinde in Liebe stark zu machen und den Tempel Gottes zu bauen. Letztlich geht es allein um den Geber der Gaben, Jesus Christus.

Welche Gaben gibt es?

Es gibt 6 spezielle Listen, die Gnadengaben (Charismen) aufzählen (Römer 12,6-8; 1. Korinther 7,7; 1. Korinther 12,8-10; 1. Korinther 12,28; Epheser 4,11; 1. Petrus 4,11). Wenn wir mal von Überschneidungen in diesen Listen absehen, kommen folgende Gnadengaben vor:

Das Wort der Weisheit: Es ist die Fähigkeit Gottes Willen zu erkennen und anhand des Wortes Gottes Rat und Hilfe zu geben, zu leisten.

Das Wort der Erkenntnis: Es ist  das Fundament für Christen die lehren und predigen. Sie ist die Begabung, die Bedeutung von Gottes Offenbarungen zu erfassen, die für den natürlichen Verstand ein „Geheimnis“ ist.

Die Gabe des Glaubens: Dies ist ein anderer Glaube als der rettende Glaube oder auch der „normale“ oder „passive“ Glaube eines Christen. Hier geht es um ein ganz besonderes Maß des Gottvertrauens. Als Paulus mit einem Schiff und nahezu 300 Leuten unterzugehen droht (Apostelgeschichte 27 Vers 22 – 24), zeigte sich dieser besondere Glaube. Er glaubte fest, dass alle gerettet werden und es geschah dann auch so und gab damit der Besatzung Sicherheit und Hoffnung. Hudson Taylor glaubte an die Rettung vieler Chinesen, obwohl er kein Geld in der Tasche hatte und Georg Müller vertraute Gott auf wundersame Weise die Versorgung seiner 10.000 Waisenkinder ohne jegliche Hilfsaufrufe an. Beide erlebten auf starke Weise, wie Gott ihren Glauben bestätigte.

Gabe der Heilung: Auch wenn Heilung von Krankheit im Glauben empfangen werden kann, führt diese Gabe zu außergewöhnlich schnellen Resultaten durch die Handlung des mit dieser Gabe ausgerüsteten Christen.

Gabe der Wunderkräfte: Erinnern wir uns dabei an die Wunder von Jesus, wie die Verwandlung von Wasser zu Wein, die Vermehrung des Essens, das Geld aus dem Maul eines Fisches usw.

Prophetisches Reden bzw. Weissagung: Das bedeutet nicht, dass jemand wie im alten Testament Worte mit unantastbarer göttlicher Autorität spricht, denn derjenige spricht lediglich in seiner menschlichen Weise aus, was Gott ihm in seinen Sinn und in sein Herz gelegt hat. Gemeindeprophetie ist also kein wörtliches Echo göttlicher Worte, sie ist auch nicht im wesentlichen oder ausschließlich Zukunftsvoraussage, sondern sie ist eine freie Wiedergabe dessen, was der Heilige Geist einem Mensch in seinem Herzen spontan deutlich gemacht hat. Deswegen haben viele auch zu Recht ihren prophetischen Beitrag schlicht einen von Gott empfangenen „Eindruck“ genannt, der anhand der Heiligen Schrift von den Leitern der Gemeinde geprüft werden muss. Oft geschieht der prophetische Dienst auch sehr stark in einer Predigt. Bezüglich unserer Zukunft sollten wir uns jedenfalls Gott anvertrauen und nicht spekulieren. Manchmal sind Christen ebenso gepolt wie Ungläubige und wollen dringend etwas über ihre Zukunft wissen und sehen im prophetischen Reden dann so etwas wie ein frommes Horoskop oder Orakel, was für Gott sicher ein Gräuel ist. Denn die Bibel sagt nicht: „Finde deine Zukunft heraus“, sondern sie fordert auf: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“ (Psalm 37 Vers 5). Das sah Paulus genauso. Darum sagt er ganz anspruchslos: „Wer prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung“ (1. Korinther 14 Vers 3).Gott möchte Seinen Kindern in ihren verschiedenen Lebenssituationen und Krisen helfen. Beispielsweise hat eine Schwester oder ein Bruder auferbauenede Worte für deine Berufung und oder dein Leben.

Gabe der Geisterunterscheidung: Dies hat mit Überprüfung und Beurteilung zu tun, was echt und falsch ist an Lehre und Verhalten und Auftreten von Menschen und in einer Zeit vieler Strömungen und Irrlehren sehr wichtig.

Gabe der Zungen- oder Sprachenrede: Dies ist die einzige Gabe zur Selbsterbauung, sofern es keine öffentliche Zungenrede ist, bei der dann eine Auslegung erfolgen soll. Diese Zungenrede wird gerne auch als „Sprachengebet“ bezeichnet. Es kann aber auch sein, dass man die Fähigkeit bekommt, tatsächlich in einer Fremdsprache zu sprechen, die man nicht erlernt hat, um das Evangelium fremdsprachigen Menschen zu verkündigen.

Da hinsichtlich dieser Gabe leider heutzutage viel Verwirrung in der Christenheit herrscht, werden wir speziell zu diesem Thema noch einige biblische Fakten auf einer gesonderten Seite für Dich zusammenfassen!

Weitere Geistesgaben sind: Dienen, Ermahnen, Geben, Barmherzigkeit, Gastfreundschaft, Hilfeleistung üben. Dies sind sicher alles Befähigungen und Eigenschaften, die jeder Christ haben sollte und doch gibt es für bestimmte Christen hier noch eine besondere Begabung, damit sie in der Gemeinde darin entsprechend dienen können.

Weitere Gaben sind: Lehren, Leiten, Aposteldienst, Verwaltungsdienst, Evangelisationsdienst, Hirtendienst und auch ledig sein und verheiratet sein.

Weil aber nicht jede Liste immer alle erwähnt und in der einen Liste Gaben vor kommen, die in der anderen überhaupt nicht erwähnt werden, können wir davon ausgehen, dass diese Listen nur lose Beispielsammlungen sind und beliebig fortgeführt werden kann. Im AT (2. Mose 31 Verse 1-3) lesen wir z.B. auch von einem Künstler bzw. Handwerker, der mit göttlichem Geist erfüllt wurde, um seine Arbeit für die Geräte der Stiftshütte gut auszuführen. Oder denken wir an Nehemia, der ganz sicher eine besondere Managementbefähigung durch den Geist erhielt, um den Bau der Mauer in Jerusalem, was eine logistische Meisterleistung war, zu bewerkstelligen. Wir könnten sicher auch hinzufügen die Gabe des Singens, des Musizierens, Schreibens und auch ein Dienst in technischen Bereichen u.v.m.

Das heißt alle Auflistungen deuten nur den Reichtum und die Vielfalt der Charismen an, die es insgesamt gibt. Gott setzt also eine Fülle von verschiedenen Gaben in Seiner Gemeinde ein, um durch ihren Dienst die Gemeinde vollkommen und herrlich zu machen.

Gibt es unterschiedliche Arten von Gaben?

Man kann eine Einteilung in Dienstgaben und Zeichengaben vornehmen. Die Dienstgaben sind z. B. Lehren, Leiten, Geben, Hilfeleistungen, Ermahnen oder Verwalten. Und die Zeichengaben sind die, die einen sehr übernatürlichen Charakter haben, wie z.B. Wunderkräfte, Prophetie, Heilungen oder Zungenreden.

Was aber bei der Betrachtung der Listen auffällt, ist, dass die Apostel die Gnadengaben nicht nach den soeben erwähnten Kriterien aufzählen, sondern ohne Reihenfolge. Die Zeichen- oder Wundergaben werden in einem Atemzug mit den „schlichten“ Dienstgaben genannt. Das heißt Paulus und die Apostel machten diesbezüglich keine wertenden Unterschiede. Paulus sieht die Gabe der Verwaltung nicht geringer als die Gabe der Prophetie. Warum? Weil er in der Gabe der Verwaltung ebenfalls die übernatürliche Kraft des Geistes erkennt und nicht einfach nur ein natürliches Organisationstalent. „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist“ (1. Korinther 12 Vers 4).

Wir teilen als Team von Deutschland-braucht-Jesus nicht die Auffassung, dass die Zeit der Zeichengaben vorbei ist. Sie nur auf das in der Bibel beschriebene Zeitalter der ersten Apostel zu begrenzen, wie es manche tun, würde Teile des neutestamentlichen Wortes Gottes als für uns ungültig erklären, obwohl der von Jesus geschlossene Neue Bund unverändert fortbesteht. Außerdem würde es die im Wort festgelegte Freiheit des Geistes einschränken, zu wirken, wann und wo Er will. Wir glauben an die Souveränität Gottes und Seines Geistes, denn es heißt: „Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will“ (1. Korinther 12 Vers 11). Das war nicht nur in den ersten Tagen der Christenheit so, sondern das ist auch heute noch so, wie wir als Team bezeugen können. Er wirkt analog zu den Worten Jesu, der gesagt hat: „Der Wind bläst, wo er will“ (Johannes 3 Vers 8). Es ist deshalb falsch zu meinen, dass man selbst über bestimmte Gaben (z. B. Zungenrede) quasi frei verfügen kann. Die Lehre von der Souveränität Gottes bewahrt uns einerseits davor, den Heiligen Geist zu begrenzen, und andererseits, Ihn manipulieren zu wollen. Beides ist falsch und führt in die Irre. Darum wollen wir uns der Herrschaft Gottes unterstellen und Ihn nach Seinen Gesichtspunkten wirken lassen, wie Er will, und nicht, wie wir wollen, auch wenn wir danach streben sollen und ihm unsere Wünsche sagen dürfen.