Mögliche Hindernisse

Wenn wir uns dem Thema Krankenheilung widmen, müssen wir uns auch mit möglichen Hindernissen auseinandersetzen. Wichtig bei der Beurteilung von heutigen Erfahrungen ist, dass man die Bibel als absolute Wahrheit anerkennt und die Erfahrungen danach beurteilt. Wenn wir die Erfahrungen als Wahrheit anerkennen und dadurch die Bibel beurteilen wollen, werden wir – nicht nur beim Thema Krankenheilung – in große Verwirrung und Religiosität abgleiten.

Beispiel: Wenn jemand behauptet, er hat Gott für seine Heilung geglaubt und ist nicht geheilt worden, dürfen wir niemals den Rückschluss ziehen, dass die in der Bibel im Zusammenhang mit der Heilung des vom Dämon gequälten Jungen zu findende Aussage von Jesus „Alles ist möglich dem der glaubt!“ irgendwie anders gemeint ist oder der klar im Leben Jesu erkennbare Wille Gottes zur Heilung aller Menschen für die heutige Zeit keine Gültigkeit mehr hat. Stattdessen sollten wir in der Bibel – dem absolut wahren Wort Gottes – nach Antworten dafür suchen, warum es Misserfolge geben kann. Die Bibel wird uns erstaunliche Antworten liefern, die religiösen Anschauungen widerspricht.

Fehlender Glaube an Gottes Heilungswillen

Fast immer wird im Zusammenhang mit den Heilungen der Bibel der vorhandene Glaube thematisiert. Wie wir schon dargelegt haben, war entweder bereits aktiver Glaube für Heilung vorhanden oder der Kranke wurde zum passiven Glauben geführt bzw. aufgefordert. Dementsprechend ist in Übereinstimmung mit vielen anderen Bibelstellen über Glauben – z.B. auch Hebräer 11 Vers 6: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommen soll, muss glauben, dass er ist und die, welche ihn suchen, belohnen wird.“ – die Notwendigkeit klar erkennbar, dass Glauben bzgl. der Heilung als von Gott im Erlösungswerk aus Gnaden zur Verfügung gestellter Segnung vorhanden sein muss. Dass dabei schon ein Senfkornglaube, also ein sehr kleiner Glaube ausreicht, belegt unter anderem Lukas 13 und 17 ganz klar.

Trotz Glauben vorhandener Unglaube oder reiner Unglaube

Wenn man die Bibel oberflächlich liest, könnte man zu dem Rückschluss kommen, dass Glaube und Unglaube sich ausschließen, doch das ist nicht der Fall.

Nehmen wir z.B.  die Begebenheit aus Matthäus 17.  Die vorher in Kapitel 10 bereits mit Vollmacht von Jesus ausgestatteten Jünger, die ihre Autorität bereits genutzt und bewiesen hatten, konnten plötzlich den Dämon aus dem Jungen nicht austreiben. Als sie Jesus bzgl. der Ursache fragten –  allein die Frage nach dem „warum“ belegt schon, dass sie aufgrund ihres vorhandenen Glaubens irritiert waren – antwortete er ihnen in Vers 20 folgendes: „Um Eures Unglaubens willen!“ Jesus sagt nicht, dass ihr Glaube zu klein war (Bibelübersetzungen mit dem Wort „Kleinglauben“ sind insofern nicht korrekt), denn dass stünde im Widerspruch zu dem sich direkt anschließenden Vers, wo Jesus erläutert, dass bereits ein Glaube in Senfkorngröße ausreichen würde, um einen Berg zu versetzen. Es war ganz klar gleichzeitig Unglaube bei den Jüngern vorhanden, der ihrem Glauben entgegenstand und ihn aufhob. Als Jesus dem Vater des Jungen sagte: „Alles ist möglich dem, der da glaubt!“ bekannte auch der Vater des Jungen: „Ich glaube Herr – hilf meinem Unglauben!“ Jesus widersprach dieser Aussage nicht, die wieder zeigt, dass beides gleichzeitig im Herzen eines Menschen vorhanden sein kann. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Aufforderung Jesu gegenüber Jairus in Markus 5 und Lukas 8 eine viel aussagekräftigere Bedeutung: „Fürchte Dich nicht – glaube nur!“ Mit anderen Worten: Lass Unglauben angesichts dieser Entwicklung jetzt nicht zu und halte nur an Deinem Glauben fest! Unglaube kann in Form von Zweifeln oder Furcht den Glauben entkräften.

Manchmal entsteht Unglaube dadurch, dass man das Erbetene und auch nach dem Wort Gottes zugesicherte Gebetsresultat nicht sofort in der irdischen Realität wahrnehmen kann. Bei den Jüngern könnte der Dämon zunächst etwas Widerstand geleistet haben, er riss den Jungen schließlich auch vor Jesus. Dadurch könnten Zweifel in ihnen aufgekommen sein. Bei Jairus hatte die Nachricht über den Tod seiner Tochter das Potenzial, ihn an der Heilung zweifeln zu lassen, ähnlich wie bei Petrus, der im Glauben zu Jesus auf dem Wasser ging, dann aber auf die Wellen (Umstände) schaute und sich fürchtete. Durch Furcht vor den Wellen zweifelte er, sein Glaube wurde dadurch aufgehoben und er begann zu sinken. Immer wieder zeigt uns die Bibel ganz klar, dass Glaube bzw. die dadurch wirksame Kraft Gottes durch Unglauben neutralisiert wird, wie auch in Jakobus 1 Vers 6 in Bezug auf unsere Gebete ganz klar dargelegt wird. Es ist dabei auch nicht so, dass Gott jedes Mal neu über eine Sache entscheidet, denn er hat sich ja schon gemäß seinem Wort entschieden, alle Bitten zu erhören, die wir im Namen Jesus Christus aussprechen (Johannes 14 ab Vers 13). Er hat aber durch sein unumstößliches Wort die Kraftwirkung an den Glauben der Menschen geknüpft – wie bei einem physikalischen Kraftgesetz, nur dass es hier die geistliche Welt betrifft.

Jesus gab den Jüngern in Matthäus 17 auch einen Hinweis, wie sie ihren Unglauben loswerden können, indem er sagte: “ Diese Art fährt nur aus durch Beten und Fasten!“ Da sich vor dem Namen Jesus, sofern er im wahren Glauben angewendet wird, jedes Knie beugen und jeder Dämon ausfahren muss, kann sich diese Bibelstelle nicht wie oft behauptet, auf den Dämon des Jungen, sondern nur auf den Unglauben der Jünger beziehen. Vor allem trieb Jesus den Dämon ohne Beten und Fasten aus, was seinen Worten widersprechen würde. Kritiker werden anführen, dass Jesus als Sohn Gottes diesen Begrenzungen nicht unterworfen war, doch das ist nicht der Fall, wie wir auch in Matthäus 13 Vers 58 sehen.  Jesus konnte „um ihres Unglaubens willen“ nicht viele Wunder tun. War der Sohn Gottes etwa zu schwach? Niemals! Gott hat aber den Glauben in seinem Wort als Voraussetzung für das Empfangen der Heilung (und vieler weiterer Segnungen) eingesetzt und sich in dieser Hinsicht an sein Wort gebunden / festgelegt. Vor diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum Jesus den Blinden von Bethsaida aus dem Dorf führte und erst dort heilte. Der in Bethsaida vorhandene Unglaube (siehe Matthäus 11 Vers 21) sollte die göttliche Kraftwirkung nicht behindern.

Unglaube kann durch fehlende Erkenntnis, falsche Belehrung oder unsere eigene Entscheidung in unserem Herzen vorhanden sein und wir müssen uns damit erstmal ehrlich auseinandersetzen, sonst können wir die uns im Wort Gottes klar versprochenen Resultate verpassen.

Die Kraft von Worten

Die Bibel gibt uns viele weitere Hinweise auf Hindernisse, die der Manifestation der Heilungskraft Gottes auf dieser Erde im Weg stehen und wir haben beim Studieren der Bibel ganz sicher noch nicht alle erkannt. Folgender Zusammenhänge sind wir uns aber inzwischen durch das Wort Gottes und gesammelte Erfahrung bereits bewusst: Unsere Worte haben deutlich mehr Kraft und Gewicht bei Gott, als wir uns oft bewusst sind. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass Menschen für jedes unnütze Wort gemäß Matthäus 12 Vers 36 einmal Rechenschaft ablegen müssen. Was sollen wir also über uns selbst und unseren Nächsten aussprechen? Wenn wir sogar unsere uns verfluchenden Feinde segnen sollen, wieviel mehr ist es unsere Pflicht Segensworte über uns selbst und unsere Nächsten auszusprechen. Die Worte haben laut Sprüche 18 Vers 21 die Macht über Tod und Leben zu entscheiden. Insofern können Sie einer Krankenheilung im Weg stehen, wenn sie nicht durch die uns von Jesus Christus verliehene Autorität zurückgewiesen und entkräftet werden. Über die Kraft unserer Worte oder ausgesprochene Lügen haben wir auf unserer FAQ-Seite einige biblische Fakten zusammengetragen.

Der Wille des Menschen

Auch der freie menschliche Wille kann ein Hindernis für Krankenheilung sein. Gott zwingt niemandem gegen seinen Willen Krankenheilung (oder andere Segnungen) auf. Manchmal sind Menschen durch einen Krankheitsverlauf so geschwächt, dass sie trotz Glauben an den Heilungswillen Gottes ihren Zustand akzeptieren oder sogar lieber sterben, um endlich bei Jesus zu sein. Nichts davon kann jedoch die biblische Tatsache entkräften, dass die von Jesus mit seinem Blut teuer erkaufte Heilung, Gottes Wille für alle Menschen ist. Leider hat falsche Lehre und Religion vielen Menschen den Glauben an diese biblischen Tatsachen geraubt, so dass man sich durch die traurigen Umstände sogar noch darin bestätigt sieht, dass wir Menschen Gottes Willen nicht klar erkennen können. Man schiebt einfach Gott die Verantwortung für das Leid zu, was uns angesichts der so unglaublich teuer erkauften Errettung wie Spott gegenüber Gott und seinem Wort erscheint.

Mangelnde Erkenntnis über Krankheitsursachen / nicht entfernte Wurzeln eines Problems

Die vom Arzt anhand der Symptome und der Untersuchung des Kranken diagnostizierten Krankheiten sind nicht immer das tatsächliche Problem. Manchmal liegen die Ursachen ganz woanders und wenn wir dann für das falsche Problem beten oder die Wurzel nicht entfernt wird, erleben wir Enttäuschungen. Doch Gott hat versprochen – Jakobus 1 Vers 5 – uns die nötige Weisheit zu geben, wenn wir ihn im Glauben darum bitten. Manchmal offenbart der Heilige Geist verborgene Dinge, so dass anschließend eine ganz andere Ursache im Gebet oder durch Worte göttlicher Autorität beseitigt werden kann. Wenn wir das Leben von Jesus studieren, werden wir auch feststellen, dass Jesus immer sehr direkt die Wurzel der Probleme ansprach und auf Gefühle der Menschen, die niemand mehr liebt als er, vor dem Hintergrund dieser Notwendigkeit keine Rücksicht nahm. Wer hier also vorzeitig den Glauben an die von Gott gewollte Heilung verliert oder keinen Mut aufbringt, unangenehme vom Geist Gottes offenbarte Wahrheiten anzusprechen, kann Heilung auch verhindern oder verpassen. Weitere Gebetshindernisse haben wir unter dem Thema „Gebet – wie man richtig betet“ auf der FAQ-Seite zusammengetragen.