Warum Heilung Teil des Evangeliums ist

Während Jesus den Menschen das Reich Gottes verkündigte, heilte er die Kranken und trieb Dämonen aus, wie wir an vielen Stellen lesen – hier einige Beispiele: Matthäus 4 Vers 23: „Jesus zog durch ganz Galiläa; er lehrte in den Synagogen, verkündete die Botschaft vom Reich ´Gottes` und heilte alle Kranken und Leidenden im Volk.“ / Markus 1 Vers 39: „So zog er durch ganz Galiläa, verkündete in den Synagogen ´die Botschaft vom Reich Gottes` und trieb die Dämonen aus.“ / Lukas 9 Vers 11: „Aber die Leute merkten es und folgten ihm in großen Scharen. Jesus wies sie nicht ab, sondern sprach zu ihnen über das Reich Gottes; und alle, die Heilung nötig hatten, machte er gesund.“

Doch warum tat er das eigentlich? Diese Frage beantwortet uns die Bibel unter anderem in Markus 2 im Rahmen der Geschichte von dem bettlägerigen Lahmen, den Jesus heilte.

Dort sagt Jesus: „»Was ist leichter – zu dem Gelähmten zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!‹? Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause!« Da stand der Mann auf, nahm seine Matte und ging vor den Augen der ganzen Menge hinaus. Alle waren außer sich vor Staunen; sie priesen Gott und sagten: »So etwas haben wir noch nie erlebt.«“

Wir sehen hier ganz klar, dass Jesus mit der für alle sichtbaren Heilung des Kranken beweisen wollte, dass er auch Macht hat, Sünden zu vergeben, da man Sündenvergebung nicht wirklich mit den Augen sehen kann. Das sichtbare Wunder der Heilung diente also auch zu dem Zweck, Glauben der Menschen an das Evangelium zu wecken bzw. Gottes Macht zur Vergebung der Sünden zu beweisen.

Aber nicht nur Jesus begleiteten bei seiner Wortverkündigung immer Zeichen, Wunder und Heilungen (Hebräer 3 Vers 4). Auch die Apostel verkündigten das Evangelium in der Kraft von Zeichen und Wundern sowohl dem Volk Israel als auch den Heiden.  Paulus schreibt zum Beispiel in Römer 15 ab Vers 18: “ Ich würde es niemals wagen, von dem zu reden, was ich getan habe, wenn nicht Christus durch mich gewirkt hätte, damit Menschen aus den nichtjüdischen Völkern das Evangelium annehmen. Er hat durch das gewirkt, was ich sagte und tat, und hat es durch machtvolle Wunder und außergewöhnliche Dinge und durch die Kraft des Geistes Gottes bestätigt. Auf diese Weise ist es mir möglich gewesen, von Jerusalem aus in dem ganzen Gebiet bis hin nach Illyrien meinen Auftrag zu erfüllen und das Evangelium von Christus bekannt zu machen.“ Ganz nebenbei entkräftet diese Bibelstelle übrigens auch den Irrtum, dass Wunder und Zeichen nur für das Volk Israel bestimmt waren.

Wenn Jesus als der Sohn Gottes und nach ihm die Apostel schon Wunder, Zeichen und Krankenheilungen benötigten, um die Menschen zum Glauben zu bringen, wie können wir heute so überheblich sein, dass wir meinen, den Menschen das Evangelium alleine mit Worten beweisen zu können? Ist der Unglaube heute nicht noch größer als damals?

Denn das Reich Gottes gründet sich nicht auf Worte, sondern auf Gottes Kraft.

1.Korinther 4 Vers 20